Archiv der Kategorie 'Nachrichten'

lemgo*alternativ online!

Mit „lemgo*alternativ“ gibt es jetzt ein neues Infoportal für Lemgo und Umgebung.

Das Infoportal ist ein Kooperationsprojekt des [libertären netzwerk lippe]. Daher gibt es in Zukunft alle Nachrichten, Termine usw. dort. Unsere Seite veröffentlicht in Zukunft nur noch Berichte des [libertären netzwerk lippe] und zeitlose Artikel.
Viel Spaß mit der neuen Seite wünscht das [lnl].

…und jetzt nix wie hin zu www.lemgo-alternativ.tk

Uranindustrie stilllegen – Uranabbau, Urananreicherung und Brennelementefertigung stoppen

Abschlusserklärung der Internationalen Urankonferenz Münster

200 AtomkraftgegnerInnen aus dem Niger, Russland, Frankreich, Polen, der Türkei, den Niederlanden und Deutschland haben sich am 4. Februar 2012 in Münster zu einer Internationalen Urankonferenz getroffen. Im Mittelpunkt der Urankonferenz stand die Forderung, die internationale Uranindustrie stillzulegen und den weltweiten Uranabbau, die Urananreicherung sowie die Brennelementefertigung zu stoppen. Die Urankonferenz wurde von einem internationalen Trägerkreis aus 35 Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbänden getragen und ist eine der bundesweit größten Konferenzen dieser Art seit Jahren.

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FAZ: Wer hat Angst vor Anarchismus?

Die Occupy-Bewegung hat es gezeigt: Viele der jüngst in den Blick geratenen sozialen Bewegungen sind durch anarchistische Ideen geprägt. Ist nach dem Scheitern des Sozialismus der Anarchismus die linke Utopie der Zukunft?

Von Uwe Ebbinghaus

Als der russische Wissenschaftler Timofey Pnin, die Hauptfigur des gleichnamigen Romans von Vladimir Nabokov, 1940 mit dem Schiff in den Vereinigten Staaten anlangt, wird ihm bei der Einreise eine ultimative Frage vorgelegt. Ob er Anarchist sei, will der Zollbeamte wissen. Pnin, aus einem Heimatland der Bewegung stammend, erkundigt sich beflissen, welche Form des Anarchismus gemeint sei – der „praktische, metaphysische, theoretische, mystische, abstrakte, individuelle oder der soziale“? In jungen Jahren habe das alles Bedeutung für ihn gehabt.

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2012 mit anarchistischen Vorsätzen auf Dresdner Straßen!

Als Anarchist*innen treten wir für eine Gesellschaft ohne Herrschaft und Gewalt des Menschen über den Menschen ein. Das schließt den Kampf gegen jegliche gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, physische und psychische Gewalt gegen Menschen und Diskriminierungen z. B. aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Aussehen, Sexualität ein.

Als Mitglieder verschiedener Kampforganisationen der lohnabhängigen Klasse sind wir bemüht, wirtschaftliche Gesetze für die Bevölkerung transparent zu machen, damit wir uns so in Theorie und Praxis zum Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung selbst ermächtigen können. Der Kampf gegen die Ideologien des Faschismus und der des Führerkultes Nationalsozialismus als schlimmste Formen menschenverachtenden Denkens stellt für uns daher eine Selbstverständlichkeit dar. Wir möchten mit diesem Aufruf dazu ermutigen, sich den Neo-Naziaufmärschen am 13. und 18. Februar in Dresden unter einem anarchistischen Blickwinkel in den Weg zu stellen.

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Alternative Buchläden in OWL

Die alternativen Buchläden sind ein wichtiger Teil unserer Infrastruktur. Wir finden dort Rat, wenn wir Literatur für unsere politische Arbeit suchen. Sie bieten uns einen Raum, ins Gespräch zu kommen und uns zu vernetzen. Sie helfen uns, unsere Positionen auch jenseits kommerzieller Verlagsstrukturen zu verbreiten. Kurz: Wir möchten sie nicht missen.

In Ostwestfalen-Lippe gibt es mit der Schließung des „Provinzbuchladens“ in Herford, wieder einen alternativen Buchladen weniger. Stattdessen machen sich immer mehr Mainstream-Buchläden wie „Thalia“ und die „Mayersche“ breit. „Gute Bücher gibt es nur noch im Internet!“ Nee, ein paar Alternativen gibt es noch:

Buchhandlung Eulenspiegel in Bielefeld
Buchhandlung mondo in Bielefeld
Eine kleinere Auswahl an alternativen Büchern gibt es noch bei:
Fechenbach Buchhandlung in Lage/Lippe
Buchhandlung Kafka & Co in Detmold/Lippe
Buchhandlung Regenwurm in Vlotho
Buchhandlung Bücherwurm in Minden

Kommt gut rein…

2012

Erich Mühsam – Schriftsteller, Anarchist

Ein Freund des Dichters schrieb: “Wahrhaftig, wer ihn nicht kannte, hätte befürchten können, dass er sogleich eine Bombe aus der Tasche hätte ziehen und unter die Menge werfen würde. Wer ihn aber kannte, wusste, dass er der gütigste, hilfsbereiteste und dabei für seine Person selbstloseste Mann war, den man sich vorstellen konnte.“

Kindheit

Erich Mühsam wurde am 6. April 1878 als Sohn des Apothekers Siegfried Seligmann Mühsam und seiner Frau Rosalie in Berlin geboren. Seine Familie siedelt ein Jahr später in die Hansestadt Lübeck über. Nachdem Mühsam 1896 im „Lübecker Volksboten“ eine Glosse über den Direktor seines Gymnasiums veröffentlicht, wird er wegen „sozialistischer Umtriebe“ des Schule verwiesen.
1896 beendet er die Schule in Parchim mit Untersekunda .Auf Drängen seines Vaters beginnt Erich Mühsam eine bis 1899 andauernde Lehre als Apotheker und arbeitet bis zu seinem Umzug nach Berlin im Jahr 1900 als Apothekergehilfe in Lübeck und Blomberg/Lippe.

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Film: Die lange Hoffnung

Mit Clara Thalmann und Augustin Souchy in Spanien
Medienwerkstatt Freiburg/ZDF, BRD 1984, 90 Min.

Der Film beginnt, wo andere über die Geschichte des spanischen Bürgerkrieges enden: an der Grenze. Die Filmemacher begleiteten sechs Wochen lang Clara Thalmann und Augustin Souchy in die Gegend Kataloniens, wo beide zwischen 1936 und 1939 aktiv an den Kämpfen gegen Franco und an der Kollektivierung der anarchistischen CNT, „der einzigen sozialen Revolution von unten“ teilgenommen haben. Bauern, Tagelöhner, Handwerker und Arbeiter kollektivierten Landbesitz und Produktionsmittel. Es war keine blutige Staatsaktion, sondern eine Revolution, ausgelöst von Anarchosyndikalisten und ihrer Gewerkschaft CNT, die 1936 mit einer Million Mitglieder die bedeutende gesellschaftliche Kraft darstellte.

Clara und Augustin treffen sich zu dieser Reise zum ersten Mal seit 1937 wieder. Dazwischen liegen für beide Gefängnis, Exil, Kampf und Niederlagen, Alter und Krankheit. Und doch verkörpern beide ein Stück Kontinuität, lebendige Geschichte der anarchistischen Bewegung, die nichts gemein hat mit der Kurzlebigkeit vieler politischer Bewegungen der 80er Jahre.

So ist die Geschichte des Film’s im doppelten Sinne Geschichte: zwei alte KämpferInnen suchen die Stationen ihrer Vergangenheit, versuchen Wirklichkeit zu rekonstruieren und erleben Spanien, in dem diese Geschichte unterschlagen wird. In der offiziellen Geschichtsschreibung sowie bei den meisten Beteiligten wurde sie durch 40 Jahre Franco-Terror zum Schweigen gebracht.

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The Coca Cola Case

Zur Geschichte des 1.Mai

Die Ursprünge des 1. Mai liegen in den USA. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts kamen mit der Einwandererwelle aus Europa viele in ihrer Heimat verfolgte Sozialisten und Anarchisten in die USA. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Neuorganisation der nordamerikanischen Arbeiterbewegung. Einer der bekanntesten war der ehemalige SPD-Abgeordnete Johann Most, der sich mittlerweile dem Anarchismus zugewandt hatte. Die Anarchisten wollten damals wie heute eine Gesellschaft ohne Herrschaft des Menschen über den Menschen aufbauen. Vor allem in Chicago, einem der großen Industriezentren, wurden sie zur treibenden Kraft der Arbeiterbewegung. Viele Gewerkschaften und Zeitungen wurden von ihnen ins Leben gerufen.

Bereits in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden von Anarchisten und anderen Sozialisten die Forderung nach einem 8-Stunden-Tag in den USA erhoben. In einigen Bundesstaaten war der 8-Stunden-Tag sogar Gesetz, wurde in der Praxis jedoch nie realisiert. 1884 wurde die Forderung auf dem Allunionstag der Gewerkschaften erneut gestellt und eine landesweite Kampagne beschlossen. Durch eine großangelegte Streikoffensive und einen landesweiten Generalstreik am 1. Mai 1886 sollte die Forderung nach dem 8-Stunden-Tag endgültig durchgesetzt werden. Die Anarchisten wurden, wie ein Chronist der Arbeiterbewegung schrieb, zum Motor und der revolutionären Spitze der gesamten Bewegung. (mehr…)