ANARCHIE IN EUROPA // Vorträge

Spanien und Griechenland // gestern und heute

Mittwoch, 15. Juni 2011:
75 Jahre Spanische Revolution – „Geschichte wird gemacht“

Mittwoch, 22. Juni 2011:
Protektorat Griechenland – Krise + Widerstand + Repression

Die Veranstaltungen finden im Kulturzentrum „alte Pauline“ in Detmold statt. Sie beginnen beide um 19.30 Uhr

Genauere Informationen findet ihr hier:

75 Jahre Spanische Revolution

„Geschichte wird gemacht“, täglich und von uns. Darum kann es bei der Betrachtung der Spanischen Revolution nicht darum gehen einen romantisch verklärten Blick in die Vergangenheit zu werfen. Vielmehr gilt es um einen Blick „zurück nach vorne“ auf die Geschichte zu werfen, ohne dabei auf die verschiedenen Mythen und Märchen hereinzufallen, welche von den verschieden kommunistischen, sozialdemokratischen und sonstigen Parteien von Anfang an in Umlauf gebracht worden sind.

Darum gibt der Vortrag von Rudolf Mühland nicht nur einen kurzen Überblick über die Ursachen und den Anlass der Revolution sondern auch einige vergleichende Hinweise auf andere Revolutionen und die ideologischen Auseinandersetzungen innerhalb der sozialistischen Bewegung. Dabei wird besonders hervorgehoben was das „revolutionäre“ war, welche Fehler begangen wurden und welche historischen Konflikte in der Spanischen Revolution wieder auftauchen sollten.

spanien

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Protektorat Griechenland

Die Ermordung des 15-jährigen Schülers Aléxandros Grigorópoulos durch Polizeibeamte in Athen führte im Dezember 2008 zu einem beispiellosen sozialen Aufstand in Griechenland. Heute, zweieinhalb Jahre später, hat sich die Lage auf den verschiedensten Ebenen dramatisch zugespitzt. Der Staat ist faktisch bankrott. In der Wirtschafts- und Finanzpolitik steht das Land seit Anfang 2010 quasi unter Zwangsverwaltung. Nicht zuletzt auf deutschen Druck wurde die Bewilligung eines 110 Milliarden Euro schweren „Hilfspakets“ der EU an die Durchsetzung „schmerzhafter Reformen“ gekoppelt. Das Verscherbeln lukrativer Staatsbetriebe wie des Strommonopolisten DEI, der Wasserwerke oder des Flughafens Athen sind ebenso angekündigt wie weitere Streiks der betroffenen Arbeiterschaft.

Die sozialen Auseinandersetzungen, militanten Demonstrationen und Streiks, aber auch die staatliche Repression und die Aufspaltung der Gesellschaft in sich bekämpfende Gruppen haben ein bisher ungekanntes Niveau erreicht. Auch wenn deutsche Massenmedien nur noch im Einzelfall darüber berichten, wehren sich große Teile der Bevölkerung weiter gegen die Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen
durch Lohn- und Rentenkürzungen, Privatisierungen und immer neue Steuererhöhungen bei gleichzeitigem Ausbau des staatlichen Repressionsapparats. Neue, dezentral organisierte Massenbewegungen wie die „bezahlt wird nicht – Kampagne“ sind entstanden.

Klandestine Organisationen, wie der „Revolutionäre Kampf“ oder die „Verschwörung der Feuerzellen“, die 2009 verstärkt die Aufnahme des bewaffneten Kampfes propagierten, sind durch Verhaftungen in der Defensive. Anschläge faschistischer/parastaatlicher Gruppen auf MigrantInnen, besetzte Häuser und anarchistische Treffpunkte haben erschreckende Dimensionen erreicht. Das Land ist politisch gespalten und taumelt sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich am Rande des Abgrunds.

Ein Update über Sparprogramme, Streiks, Widerstand und Repression, die anarchistische Bewegung und Widerstandsperspektiven. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung werden die sehr umstrittenen Aktivitäten verschiedener bewaffneter Organisationen sein.
Ralf Dreis ist Griechenlandkorrespondent für diverse linke und anarchistische Zeitungen und ist Mitglied der FAU. Er arbeitet als Griechisch-Übersetzer und pendelt zwischen Deutschland und Griechenland.

griechenland

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Direkter Link zu dieser Veranstaltungsseite: www.anarchie-in-europa.tk

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HIER gibt es den Flyer als PDF-Datei (zum ausdrucken und verteilen) für die Veranstaltungen.

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